Kondome: Die Herstellung
Im Laufe der Jahrhunderte wurden für die Herstellung von Kondomen die
verschiedensten Materialien verwendet (siehe: Geschichte des Kondoms).
Die heutigen Kondome bestehen beinahe ausschließlich aus Gummi, ge-
nauer gesagt aus Naturkautschuklatex. Der Naturkautschuk, eine dick-
milchige Flüssigkeit, wird aus der Rinde der Gummibäume gewonnen. Die
Gummibäume werden vorrangig in Asien, aber auch in Südamerika an-
gebaut. Zur "Ernte" wird die Rinde dieser Bäume mit einem scharfen
Messer auf einer Länge von etwa 10 cm angeritzt. Aus diesem Spalt
rinnt dann der Saft am Stamm hinunter in eine Auffangschale.
Dieses reine Naturprodukt wird dann in den Fabriken aufbereitet und
weiterverarbeitet. Für die Weiterverarbeitung zu Kondomen muss die
Konsistenz des Naturkautschuks sehr fein sein. Daher wird die Masse in
technisch sehr aufwendigen Verfahren gerührt und haltbar gemacht.
Der Naturkautschuk "reift" in dieser Verarbeitungsphase. Wenn die Masse
dann dünnflüssig und gleichmäßig fein ist, werden lange Reihen von Glas-
kolben mehrmals in die Mischung eingetaucht. Die Glaskolben haben die
Form eines stilisierten Penis. Zwischen den Tauchvorgängen werden die
benetzten Glaskolben getrocknet.
Das Ergebnis: Die Glaskolben besitzen nun eine dünne Haut aus Latex.
Damit ist das eigentliche Kondom entstanden.
Nun muss noch der Rollrand angebracht werden. Mit diesem Rand wird
zum einen das Abrollen des Kondoms vom Glaskolben ermöglicht, zum
anderen aber auch das Überziehen bzw. Abrollen über den Penis.
Nun folgt der Schritt, der das Latex dauerhaft dehnbar und haltbar
macht, das Vulkanisieren. Dazu werden die noch am Glaskolben befind-
lichen Kondome etwa 20 bis 30 Minuten lang bei über 100 Grad Celsius
"gebacken". In einem weiteren Arbeitsschritt werden die Beschichtungen
aufgebracht. Dies können Aromen sein, aber auch Gleitfilme oder sper-
mienabtötende Mittel. Nun können die Kondome von den Glaskolben ab-
gerollt und in zusammengerolltem Zustand verpackt werden. Natürlich
werden ständig Stichproben auf die vorgeschriebenen Qualitätsmerk-
male hin untersucht (siehe: Die Qualität der Kondome).
Aber selbst durch die Vulkanisation sind die Kondome nicht für immer zu
gebrauchen. Um die gewünschten Schutzfunktionen zu gewährleisten
(Empfängnisverhütung und Schutz vor Krankheiten und Infektionen),
werden für die Haltbarkeit von Kondomen meist 4 Jahre angegeben, bei
allerdings richtiger Lagerung! Jedes Kondom ist einzeln verschweißt. Zur
Lagerung darf die Verpackung eines Kondoms nicht beschädigt sein.
Kondome sollten kühl gelagert werden, damit das Latex nicht austrocknet
und brüchig wird.
Die neueste Generation von Kondomen wird aus Polyethylen (PE) oder
Polyurethan (PUR) hergestellt. Eine alternative Produktionsmöglichkeit
wurde notwendig, weil in den letzten Jahren zunehmend Latex-Allergien
bei den Benutzern auftraten, sowohl beim Mann, als auch bei der Frau.
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