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Kondome: Wissenswertes


Synonyme für das Kondom

Im volkstümlichen Sprachgebrauch sind Kondome auch bekannt als:
"Pariser", "Verhüterli", "Lümmeltüte", "Präser", "Gummi", "Frommi", Nah-
kampfsocke", "Tüte", "Überzieher" oder auch als "Londoner".
In der ehemaligen DDR waren Kondome unter der Bezeichnung "Mondos"
oder auch als "Gummi-Fufzscher" (Fünfziger) erhältlich. Letztere Bezeich-
nung basierte wohl auf dem Preis.

Wer braucht wieviel?

Im Jahre 2003 wurden in Deutschland etwa 230 Millionen Kondome ver-
braucht. Durchschnittlich werden demnach pro Tag rund 630.000 Kondo-
me eingesetzt. Pro Minute sind das über 430 Kondome, je Sekunde rein
rechnerisch 7,3 Kondome.

Bezieht man den Kondomeinsatz auf die gesamte Bevölkerung der Bundes-
republik Deutschland, dann erscheinen die oben genannten Zahlen nicht
besonders eindrucksvoll. Bedenkt man jedoch, dass Kondome zumeist nur
in den Zielgruppen "Jugendliche und junge Erwachsene", "Vielnutzer" aus-
serhalb fester Bindungen und "Homosexuelle" verwendet werden, werden
die oben genannten Zahlen plötzlich gigantisch groß.

Damit ist das Kondom in Deutschland zusammen mit der Pille das Verhü-
tungsmittel Nr. 1; im Bereich der Abwehr von Krankheiten und Infektionen die uneingeschränkte Nr. 1.

Kondome für Frauen, geht das?

Ja, das gibt es tatsächlich. Seit den 90er - Jahren gibt es das Kondom für
die Frau, das sogenannte "Femidom". Es ist das einzige Verhütungsmittel
für die Frau, das sowohl vor ungewollter Schwangerschaft alt auch vor
Geschlechtskrankheiten und Infektionen schützt. Es ist etwa 18 cm lang
und besteht aus einem dünnen, reissfesen Kunststoff (PE oder PUR). Das
Femidom besitzt zwei Kunststoffringe. Der äußere Ring liegt außerhalb
der Scheide vor den großen Schamlippen, der innere Ring wird wie ein
Diaphragma in die Scheide eingeführt und vor den Muttermund gescho-
ben. Die Frau muss auf die korrekte Lage des inneren Ringes achten.
Nach dem Geschlechtsverkehr kann das Kondom wieder entfernt werden.

Auch Femidome kann man nur einmal verwenden. Das Ejakulat des Part-
ners sammelt sich beim Orgasmus im Inneren des Femidoms. Für das
Herausziehen des Femidoms aus der Scheide gelten die gleichen Vor-
sichtsregeln wie für die Kondome.

Die Vorteile des Femidoms: Die Anwendung, d.h. das Einsetzen hängt nicht
von der Steifheit des Penis ab; es kann also schon vor dem Vorspiel ein-
gesetzt werden. Darüber hinaus besteht es nicht aus Latex, so dass auch
die Gefahr einer allergischen Reaktion auf Latex ausgeschlossen ist. Da-
rüber hinaus bietet das Femidom bei richtiger Handhabung einern guten
Schutz.
Leider ist die Handhabung des Femidoms recht kompliziert. Daher kam es
recht häufig zu ungewollten Schwangerschaften. Die umständliche Hand-
habung bremste den Durchbruch des Femidoms. Die Verkaufszahlen wa-
ren mehr als enttäuschend. Daher sind Frauenkondome heute nur noch
sehr selten verfügbar.

Latexallergie? - was nun?

Beim Gebrauchvon Kondomen treten vereinzelt Latex-Allergien auf. Bei be-
troffenen Allergikern kann es daher zu unangenehmen Juckreizen kom-
men. Wird eine Latex-Allergie vermutet, ist es sinnvoll, diese von einem
Arzt untersuchen zu lassen.
Die meisten Juckreize kommen nämlich gar nicht von einer Latex-Allergie,
sondern von der Spermizid-Beschichtung des Kondoms. Etwa 90 % der
allergischen Reaktionen im Genitalbereich (bei Mann und Frau) werden
durch den Wirkstoff Nonoxynol 9 ausgelöst. Manchmal ist auch das in
vielen Gleitmitteln enthaltene Silikon Schuld.
Wenn es sich dennoch tatsächlich um eine Latex-Allergie handeln sollte,
werden im Handel latexfreie, also aus Kunststoff (PUR) hergestellte Kon-
dome angeboten. Diese sind dünner, gefühlsechter und geruchlos. Lei-
der sind diese Kondome auch etwas teurer. Das einzige Produkt auf dem
deuschen Markt ist DUREX Avanti.

Nitrosamine in Kondomen?

Wissenschaftler haben bei einer Studie in Kondomen krebserregende N-
Nitrosamine gefunden. In einer Überprüfung hat die Stiftung Warentest
im August 2004 Kondome unter anderem auch auf den Gehalt an Nitro-
saminen überprüft. Die meisten Kondome enthielten nur sehr geringe
oder kaum nachweisbare Mengen an Nitrosaminen. In den meisten Fällen
lagen die gefundenen Mengen deutlich unter den Grenzwerten für Baby-
Schnuller (für Kondome gibt es noch keinen Normwert). Dazu kommt, dass
die Aufnahme von Nitrosminen über ein Kondom wesentlich geringer ist,
als die Aufnahme über die Nahrung (den Mund).
Eine Stellungnahme des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinpro-
dukte besagt, dass die Vorteile von Kondomen bei weitem die möglichen
Nachteile durch Nitrosamine überwiegen.

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